„Die paritätische Selbstverwaltung ist ein Grundpfeiler der Sozialversicherung und ein zentrales Element unserer Demokratie. Für den sozialen Frieden und die Bereicherung der gesundheitspolitischen Debatte ist sie unverzichtbar.“
Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg

Günter Wältermann

Drei Fragen an Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der
AOK Rheinland/Hamburg

[uv]magazin: Warum ist die Selbstverwaltung der Krankenversicherung so wichtig?
Günter Wältermann: Die Selbstverwaltung ist eine wichtige Errungenschaft. Der Verwaltungsrat einer Krankenkasse entscheidet über Themen von grundsätzlicher Bedeutung oder Mehrleistungen, die in der Satzung festgelegt werden. Durch die paritätische Besetzung werden die Perspektiven der Arbeitgeber und Versichertenvertreter eingebracht und gemeinsam ausgewogene Entscheidungen getroffen. Wenn es die Selbstverwaltung nicht gäbe, müsste man sie erfinden.

[uv]magazin: Sie geben die finale Entscheidung in die Hände des ehrenamtlich besetzten Verwaltungsrates. Ist es richtig, dass der Vorstand dadurch von der Verantwortung entlastet wird?
Günter Wältermann: Der Verwaltungsrat vertritt die Interessen der Versicherten und Beitragszahlenden – es ist absolut sinnvoll, dass er die grundsätzlichen Entscheidungen trifft und dafür die Verantwortung trägt. Der Vorstand hat seinen eigenen Verantwortungsbereich. Insofern gibt es zwei getrennte Sphären.

[uv]magazin: Wir Arbeitgeber befürchten, dass die Sozialabgaben weit über 40 Prozent steigen und Arbeit in Deutschland viel zu teuer wird. Wie gestalten Sie die Zukunft der Krankenversicherung, damit das nicht passiert?
Günter Wältermann: Politische Reformen sind unerlässlich, um die Sozialabgaben zu senken. Wirtschaftlichkeitspotenziale müssen gehoben werden, dafür brauchen Krankenkassen wieder mehr Handlungsmöglichkeiten. Auch die Versorgungstrukturen müssen an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden. Entscheidend ist, dass versicherungsfremde Leistungen aus Steuermitteln bezahlt werden. Die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung sollten nicht stärker steigen als der Grundlohn, sonst leben wir über unsere Verhältnisse. Ich bin optimistisch, dass wir mit tiefgreifenden Reformen auch wieder die 40-Prozent-Marke anvisieren können.

Die Zentrale der AOK Rheinland/Hamburg befindet sich in Düsseldorf.

Die AOK Rheinland/Hamburg ist mit über drei Millionen Versicherten die größte Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen und die zweitgrößte in Hamburg. Mit 70 Geschäftsstellen, Telefon- und Online-Services ist sie für ihre Versicherten da. Als Gestalterin im Gesundheitswesen setzt sich die AOK Rheinland/Hamburg dafür ein, das Qualitätsniveau der medizinischen und pflegerischen Versorgung zu sichern und zu verbessern.

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Jennifer Middelkamp

Jennifer Middelkamp

Pressesprecherin
Regionalgeschäftsführung Kreise Borken | Kleve