Wenn andernorts am Aschermittwoch das närrische Treiben endet, beginnt beim Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaft traditionell der politische Realitätscheck. Rund 120 Gäste aus Wirtschaft, Stadtspitze sowie Landes- und Kommunalpolitik folgten der Einladung zum Katerfrühstück und nutzten den Rahmen für eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Lage und formulierten Perspektiven für den Standort.
„Aschermittwoch ist alles vorbei? Mit Blick auf das Weltgeschehen fragt man sich eher: Ist das ganze Jahr Karneval? Das macht es für die Wirtschaft nicht einfacher“, sagte Hanns-Peter Windfeder, Vorstandsvorsitzender des Mülheimer Unternehmerverbandes.
Die konjunkturelle Lage bleibe angespannt. In einigen Branchen entstünden neue Chancen, in anderen dominierten Personalabbau und Zurückhaltung. „Die Stimmung stagniert leider auf niedrigem Niveau – gerade in Industrie und Handel. Viele Betriebe stehen zwischen Hoffen und Bangen. Die Signale sind da. Jetzt muss es auch losgehen.“
In diesem Jahr wurden beim traditionellen Katerfrühstück nicht nur die tollen Tage verabschiedet: Im zweiten Teil des Katerfrühstücks auch die langjährige Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Mülheimer Wirtschaft, Rechtsanwältin Kerstin Einert-Pieper. Nach 25 Jahren geht sie in den Ruhestand. Sie baute den Verband seit 2001 entscheidend mit auf. Windfeder würdigte ihr außerordentliches Engagement: Sie habe sich „extrem tief in Mülheim hineingekniet“, Netzwerke aufgebaut, Unternehmen und die Menschen dahinter persönlich kennengelernt – nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung.
Kerstin Einert-Pieper selbst erinnerte an ihren durchaus skeptischen Start in Mülheim – und an eine „wunderbare Verbandsgeschichte“, die daraus wurde.
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